Tinnitus auf einem Ohr (links oder rechts): Ursachen und wann Sie ärztlichen Rat brauchen

Ein Pfeifen oder Rauschen auf nur einem Ohr hat oft eine einfache Ursache, etwa Ohrenschmalz, eine Ohrentzündung oder Lärm; ernste Ursachen sind selten. Trotzdem raten die Leitlinien, einseitigen Tinnitus abklären zu lassen, meist mit einem Blick ins Ohr und einem Hörtest, manchmal auch mit einer MRT. Ob das linke oder das rechte Ohr betroffen ist, spielt dabei keine Rolle.

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Vom Redaktionsteam von Tinnitus Haven. Die Quellen stehen am Ende der Seite.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Ihr Tinnitus neu ist, nur auf einer Seite auftritt, pulsiert oder mit Hörverlust oder Schwindel einhergeht, gehen Sie bitte zu einer Ärztin oder einem Arzt.

Ist Tinnitus auf einem Ohr gefährlich?

Meistens nicht. Tinnitus hängt nur selten mit einer ernsten Erkrankung zusammen[1], und mehrere häufige Ursachen eines einseitigen Ohrgeräuschs, etwa Ohrenschmalz oder eine Ohrentzündung, lassen sich behandeln[1, 2]. Ärztinnen und Ärzte nehmen einseitigen Tinnitus trotzdem ernst. NICE empfiehlt, bei anhaltendem Tinnitus auf einem Ohr eine Überweisung zu erwägen und bei Tinnitus mit einseitigem oder seitenungleichem Hörverlust zu überweisen[3]. Die US-Leitlinie empfiehlt bei einseitigem Tinnitus eine zeitnahe, vollständige Hörprüfung[4].

Spielt es eine Rolle, ob es links oder rechts ist?

Nein. Die Leitlinien, auf die wir uns stützen, unterscheiden nicht zwischen links und rechts: Entscheidend ist, dass der Tinnitus nur auf einer Seite auftritt[3, 4]. Für beide Ohren kommen dieselben Ursachen infrage, und es wird dasselbe untersucht.

Was sind häufige Ursachen?

Welche selteneren Ursachen gibt es?

Viele denken zuerst an ein Akustikusneurinom, doch es ist selten die Ursache. Eine Übersichtsarbeit von 2023 fasste sieben Studien mit 1.394 Menschen zusammen, bei denen wegen Tinnitus auf einem Ohr ohne seitenungleiches Hörvermögen eine MRT gemacht wurde: Bei 7 von ihnen fand sich ein Akustikusneurinom, die meisten waren klein, und die meisten wurden beobachtet statt entfernt[11].

Was wird untersucht?

Eine Überweisung zur MRT ist eine übliche Vorsichtsmaßnahme. Sie bedeutet nicht, dass mit einem schlechten Befund gerechnet wird.

Wann brauche ich schnell Hilfe?

Sofort in die Notaufnahme oder die 112 rufen, wenn:

Innerhalb von 24 Stunden ärztlich untersuchen lassen, wenn:

Bald einen Termin vereinbaren, wenn:

Was kann ich in der Zwischenzeit tun?

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Quellen

  1. National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD), NIH. Tinnitus. 2023.
  2. NHS. Tinnitus. NHS website, 2024.
  3. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Tinnitus: assessment and management (NG155), Recommendations. NICE guideline, 2020.
  4. Tunkel DE, Bauer CA, Sun GH, et al. Clinical practice guideline: tinnitus. Otolaryngology, Head and Neck Surgery, 2014 (AAO-HNSF).
  5. NHS. Earwax build-up. NHS website.
  6. NHS. Ear infections. NHS website.
  7. National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD), NIH. Noise-induced hearing loss.
  8. National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD), NIH. Ménière's disease.
  9. National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD), NIH. Sudden deafness.
  10. NHS. Acoustic neuroma (vestibular schwannoma). NHS website.
  11. Javed A, Okoh M, Mughal Z, Javed F, Gupta K. Incidence of vestibular schwannoma in patients with unilateral tinnitus: a systematic review and meta-analysis. Otology and Neurotology, 2023.
  12. Mazurek B, Hesse G, Sattel H, et al. S3 Guideline: Chronic Tinnitus. Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). HNO, 2022. Englische Fassung der S3-Leitlinie „Chronischer Tinnitus“, AWMF-Register 017/064 (2021).