Hörtest zu Hause: was ein App-Check zeigen kann und was nicht

Ein Hörcheck auf dem Smartphone kann einen groben Eindruck geben und Veränderungen über die Zeit sichtbar machen; gut gemachte Apps eignen sich zum Screening. Eine Diagnose kann er nicht stellen, und Ihren Tinnitus erklärt er nicht. Bei Tinnitus gehört ein Hörtest durch Fachleute zur Abklärung dazu.

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Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Ihr Tinnitus neu ist, nur auf einer Seite auftritt, pulsiert oder mit Hörverlust oder Schwindel einhergeht, gehen Sie bitte zu einer Ärztin oder einem Arzt.

Warum ist das Gehör bei Tinnitus wichtig?

Chronischer Tinnitus geht sehr oft mit einer Hörminderung einher[1], und die meisten Menschen mit Tinnitus hören zumindest etwas schlechter[2]. Deshalb soll laut Deutscher Tinnitus-Liga ein Hörtest erfolgen, um eine mögliche Schwerhörigkeit festzustellen[3]. Auch NICE empfiehlt für Menschen mit Tinnitus eine audiologische Untersuchung[4], und die US-Leitlinie rät zu einem zeitnahen, umfassenden Hörtest, wenn der Tinnitus einseitig ist, seit sechs Monaten oder länger besteht oder mit Hörproblemen einhergeht[5].

Was kann ein Hörcheck per App leisten?

Hörtests auf Smartphone und Tablet sind deutlich besser geworden. Die Weltgesundheitsorganisation schreibt, dass Werkzeuge wie ihre App hearWHO ein Screening auf Hörverlust mit wenig Schulung und Aufwand möglich machen[6].

Sorgfältig genutzt kann ein Check zu Hause zeigen, ob ein Ohr anders reagiert als das andere, Hinweise geben, dass bestimmte Tonhöhen schwerer zu hören sind, Veränderungen über die Zeit sichtbar machen und Sie dazu bringen, einen richtigen Hörtest zu vereinbaren.

Was kann er nicht zeigen?

Wie wird das Ergebnis zu Hause verlässlicher?

Warum Kopfhörer dafür so wichtig sind, erklären wir in den FAQ zu Kopfhörern.

Wann sollten Sie einen Hörtest beim Facharzt machen?

In der HNO-Praxis gehört ein Hörtest zur Basisdiagnostik, ebenso die Bestimmung der Tinnitus-Lautheit und Frequenz durch Fachleute[3]. Bei Verdacht auf ein Mittelohrproblem kann eine Tympanometrie dazukommen[4]. Besteht eine Schwerhörigkeit, empfiehlt die S3-Leitlinie Hörgeräte[1].

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Quellen

  1. Mazurek B, Hesse G, Sattel H, et al. S3 Guideline: Chronic Tinnitus. Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). HNO, 2022. Englische Fassung der S3-Leitlinie „Chronischer Tinnitus“, AWMF-Register 017/064 (2021).
  2. National Institute on Deafness and Other Communication Disorders (NIDCD), NIH. Tinnitus. 2023.
  3. Deutsche Tinnitus-Liga e. V. Tinnitus.
  4. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Tinnitus: assessment and management (NG155), Recommendations. NICE guideline, 2020.
  5. Tunkel DE, Bauer CA, Sun GH, et al. Clinical practice guideline: tinnitus. Otolaryngology, Head and Neck Surgery, 2014 (AAO-HNSF).
  6. World Health Organization. Deafness and hearing loss (fact sheet).
  7. Oremule B, Abbas J, Saunders G, et al. Mobile audiometry for hearing threshold assessment: a systematic review and meta-analysis. Clinical Otolaryngology, 2024.
  8. Berampu RW, Adriztina I, Sofyan F, et al. Accuracy and pitfalls in the smartphone-based audiometry examination. Iranian Journal of Otorhinolaryngology, 2024.
  9. NHS. Tinnitus. NHS website, 2024.